Bremen den 29. April 2026 – Ein Bericht von Su Jung Kim
Was 2023 als eine Idee begann, ist heute gelebte Wirklichkeit.
Und es geht weiter.
Roboter bauen verbindet Menschen. Klingt nach einer Phrase. Ist es nicht.
Jeden Frühling fährt das BGT nach Seoul, jeden Herbst kommt die Seoul Robotics High School nach Bremen. Was als Pilotprojekt im Jahr 2023 begann, erlebt nun seine sechste Runde. Und mit jedem Jahr wird klarer, was dieser Rhythmus wirklich leistet.
Denn dieses Schulaustauschprogramm ist kein einmaliges Projekt und kein Austausch auf dem Papier.
Es geht nicht nur ums Löten und Programmieren. Schülerinnen und Schüler beider Schulen sitzen gemeinsam im Unterricht in einer fremden Sprache, in einem fremden Land, neben jemandem, den man ein paar Monate zuvor noch nicht kannte.
Dazu kommen gemeinsame Ingenieurprojekte:
Ein Roboterarm, in Bremen entworfen, wurde 9.000 Kilometer weiter in Seoul gebaut. Aus einer Idee wurde ein fertiges Produkt.





Dieses Schulaustauschprogramm hat auch eine Dimension jenseits der Technik. In Deutschland steht das Berliner Mauerdenkmal auf dem Programm, in Korea die Demilitarisierte Zone (DMZ) an der Grenze zu Nordkorea.
Zwei Länder, die beide wissen, was Teilung bedeutet und die durch diese gemeinsame Begegnung mit der Geschichte einander ein Stück näher kommen.
Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt.
In Bremen führt der Weg zu OHB, dem DFKI und Mercedes-Benz.
In Seoul zur Autonomous Mobility Expo, dem Samsung Innovation Museum, dem MBC-Rundfunk und dem Koreanischen Kriegsmuseum. Die Schülerinnen und Schüler erleben mit eigenen Augen, wie Technik in der realen Welt ankommt.

Nach dem Unterricht klingt der Tag bei den Partnerfamilien in Seoul am koreanischen Abendbrottisch aus, in Bremen im Wohnzimmer der Gastfamilie.
Freundschaften entstehen zwischen Menschen, die aus verschiedenen Ländern kommen und sich überraschend viel zu sagen haben - und diese Verbindungen halten auch nach dem Programm an.
So merkt man: Die Entfernung zwischen Bremen und Seoul ist gar nicht so groß, wie sie klingt.

*Gefördert durch Erasmus+ und die Seoul Metropolitan Office of Education.*